CAST ON LOCATION

 

Eine Besonderheit des Projektes stellt das Casting Konzept der Schauspieler dar. Sie werden direkt vor Ort ausgewählt. Ohne eine professionelle schauspielerische Ausbildung absolviert zu haben, werden sie im entsprechenden Milieu ihrer Rollen gecastet. So sind die beiden Jungs, die „EMRA & DABO“ darbieten aus dem Dorf Ganda Abdi. Die beiden Kinder von ehemaligen Halbnomaden verlassen, wie im Film, das erste Mal ihr Dorf und erleben vor der Kamera ihr erstes großes Abenteuer in der Hauptstadt Addis Abeba. Dort wurde, nach Besuch diverser Laufsportvereine, aus mehr als 100 Kandidaten der Profiläufer Abayneh Ayele zum Hauptdarsteller für die Rolle des alten Dabos gecastet. Es stellte sich erst im Anschluss heraus, dass Abayneh Läufer des olympischen Laufteams von Äthiopien ist.

„Mit unserem Cast on Location Konzept sind wir gezwungener Maßen ein großes Risiko eingegangen. Wir drehen ja keine Dokumentation mit nachgestellten Szenen, sondern einen emotionalen Spielfilm. Filme wie „City of God“, „Slumdog Millionaire“ und „Beasts of the Southern Wild“ entstanden nach dem selben Konzept und dienen uns als Beispiel. Für mich persönlich spielt jeder Mensch in Abhängigkeit seines sozialen Umfelds eine Rolle. So ist jeder Mensch, bewusst oder unbewusst, mit dem Konzept der Darbietung vertraut. Genau hier setzt die Arbeit mit „Nicht-Schauspielern“ an, um sie Schritt für Schritt an das Spielen eines Filmcharakters heranzuführen. Wir haben wirklich wundervolle Menschen kennengelernt, die mit großer Begeisterung ihre Rollen spielen und dem Film seine Authentizität verleihen.“